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1000 Tage

Heute bin ich genau 1000 Tage hier in Nes Ammim. Dabei wollte ich nur für ein Jahr kommen.
Erlebt habe ich in dieser Zeit viele Dinge. Auch habe ich sehr viel gelernt, nicht nur über das Land und die Leute, sondern auch über mich selber. Und ja … ich wollte / sollte eigentlich viel mehr schreiben.
In dieser Zeit habe ich auch viele Menschen kommen und gehen sehen und viele davon kamen auch wieder. Sei es zu Besuch oder wieder als Volontär.

Für mich selbst ist / war dies ein ganz normaler Tag. Aufstehen, arbeiten, zwischendurch Pause und nach Feierabend mit den Hunden spazieren gehen.

Das Beschriebene liegt zwar schon etwas zurück, berichten möchte ich trotzdem darüber.
Mitte November ergab es sich, dass wir über das Wochenende einen jungen Israeli in Nes Ammim hatten, der gerade durch Israel reist und durch Zufall hier gelandet ist. Natürlich nahm er auch am Erev Shabbat teil und wir unterhielten. Darüber werde ich übrigens gern ein anderes mal schreiben. Da er erst kürzlich aus der IDF ( israelische Armee ) ausgeschieden ist, nahm er sich vor, eine Auszeit zu nehmen.

Anfang Dezember fand dann das alljährliche Negevseminar statt. In der zweiten Nacht wollten wir eigentlich am selben Platz wie in der ersten Nacht schlafen, aber da es dort zu unruhig war ( Beduinen, die mitten in der Nacht mit Pick up’s kommen und Party machen wollen ) entschieden wir uns für einen anderen Platz. Man sollte dazu auch wissen, dass die Wüste fast 50 % der Fläche Israels ausmacht und man sich somot vorstellen kann, wie viele mögliche Plätze es zum schlafen wohl gibt.
Kurz bevor wir dann mit unserem Reisebus das angestrebte Ziel erreichten, sahen wir 2 junge Wanderer. Als wir auf der gleiche Höhe waren, schauten wir interessiert aus dem Fenster. Einer der beiden Wanderer war der junge Israeli, der im November zu Besuch in Nes Ammim war. Die Überraschung war groß auf beiden Seiten. Selbstverständlich luden wir sie zum essen ein und am Lagerfeuer wurden hinterher viel geredet.
Am nächsten morgen verabschiedeten wir uns voneinander. Wer weiß schon, wann und wo man sich wieder einmal sieht.

Durcheinander der Sprachen

Wie die meisten sicherlich wissen, ist der Grossteil der Volontäre aus Deutschland und den Niederlanden. Die offizielle Sprache in Nes Ammim ist englisch, damit jeder einem Gespräch folgen kann.
Beim gestrigen Barbabend ereignete es sich, dass ich mich mit einer Israelin, deren Muttersprache hebräisch ist, teilweise in russisch unterhielt und wir uns gegenseitig in englisch verbesserten.
Gut, dass das Gehirn so schnell umschalten kann. :-)

Shana tova

Ein frohes und gesundes Jahr 5772 an alle Leser.
שנה טובה

Wie der Titel schon sagt, bin ich mittlerweile seit über 2 Jahren in Nes Ammim / Israel. Für mich ist dies kein Jubiläum, aber eine kleine Zahlenspielerei.
Geplant hatte ich damals nur ein Jahr hier zu bleiben. Meine derzeitige Vereinbarung geht bis Ende Juni 2012. Womit ich dann 3 Jahre hier gewesen wäre.

Zurückblicken kann ich bisher auf sehr viele positive Erfahrungen, die ich nicht missen möchte und ja, ich würde wieder den Schritt unternehmen und mich hier bewerben und hierher kommen.
Für mich ist es immer wieder schön, wenn alte Volontäre wieder kommen oder auch die sogenannten Vutters, die jedes Jahr für mehrere Wochen hierher kommen. Wenn diese jedoch wieder zurückkehren, merkt man immer wieder, wie schnell doch diese paar Wochen verflogen sind.

Oder ein kleines anderes Beispiel. In der Saison 2008 / 2009 ( ich durfte diese Gruppe noch für ein paar Wochen kennenlernen ) war eine Volontärin hier, deren Bruder nun für ein Jahr hier ist. Zufälle gibt es schon.
Oder letztens waren F. und K. hier für ein paar Tage. Beide waren in der Saison 2009 / 2010 hier und sie sind noch immer ein Paar.
Demnächst kommen 2 andere zu Besuch, die ebenso 2009 / 2010 als Volontäre in Nes Ammim waren. Wie sagt man hier doch so schön ? Einmal Nes Ammim … immer Nes Ammim.
Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass jeder Abschied weh tut. Einmal weniger, ein anderes mal etwas mehr.

Radtour

Nein, nein … ich selbst mache keine Radtour.
Aber 3 Volontäre aus der “alten” Gruppe haben beschlossen, nicht nach Deutschland zurückzufliegen, sondern mit dem Fahrrad einen grossen Teil des Heimwegs zu fahren.
Ich selbst hatte das Vergnügen, sie in der Nacht vom Sonntag zum Montag zum Flughafen zu bringen. Inzwischen sind sie in Griechenland angekommen, haben die Fahrräder zusammen gebaut und sicherlich schon einige Kilometer hinter sich.
Nachzulesen ist alles hier.
An dieser Stelle möchte ich den Dreien viel Spaß und gutes Gelingen wünschen.
Ich vermisse euch.

Shalomparty

Bevor ich den eigentlichen Wortwechsel niederschreibe, möchte ich noch kurz erklären, was eine Shalomparty ist.
Wenn ein Volontär Nes Ammim verlässt, so gibt es eine Abschiedsparty. Teilweise veranstalten auch mehrere zusammen eine Shalomparty, wenn sie gemeinsam Nes Ammim verlassen.

Fragesteller : S., wann ist eigentlich deine Shalomparty?
Ich : Sie wäre normalerweise, letztes Jahr Ende Juni gewesen, aber ich bleibe ja noch etwas.
Ein Dritter : S. bleibt doch eh ewig hier und hat somit keine.
Ein gemeinsames Lachen folgte dem Gespräch.

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